Projektwoche Medienproduktion

Nach der Minprojektwoche „Programmieren“, hatte ich mir für die folgende Woche einen nächsten Versuch aus dem Bereich des Modullehrplans Medien und Informatik (Lehrplan 21) vorgenommen. Dieses Mal sollten die Medien im Zentrum stehen. Von den Unterbereichen Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen des Modullehrplans hatte ich mich mit dem erstgenannten noch am wenigsten intensiv auseinandergesetzt.

Rückblick

Die Projektwoche „Medienproduktion“ liegt nun schon ein halbes Jahr zurück. Beim Schreiben der ersten Zeilen dieses Blogeintrags hatte mein Sohn plötzlich das Gefühl zwei Monate früher als geplant zur Welt zu kommen (siehe letzter Blogeintrag). Auf dieser Webseite (www.bollernen.ch) blieb es anschliessend ruhig, was aber nicht bedeutet, dass Lehrer Boller in dieser Zeit keine Erfahrungen aus dem Bereich Lehren und Lernen mit digitalen Hilfsmitteln gesammelt hat. Diese versuche ich in nächster Zeit in der Form von Blogeinträgen zu reflektieren und festzuhalten.

Nachdem ich in den vergangenen Jahren in der Projektwoche vor den Sommerferien meist Kurse aus dem Bereich Sport angeboten hatte, entschloss ich mich dieses Mal relativ spontan für den Titel „Medienproduktion“. Dies ohne eine konkrete Vorstellung des Inhalts, sondern hauptsächlich, um mich persönlich (wie in der Einleitung erwähnt) im Bereich Medien ein wenig herauszufordern. Nachfolgend einige rückblickende Gedanken:

Unterrichtsform

Für diese Projektwoche hatte ich mich für eine sehr offene Unterrichtsform entschieden. Der Auftrag war es, ein Medienprodukt zu erstellen, welches im Zusammenhang mit unserer Schule steht. Die einzigen Punkte, die ich daneben von meiner Seite her vorgab, waren die Arbeitszeiten, der Arbeitsrayon rund ums Schulhaus und die Begrenzung der Gruppengrösse auf maximal drei Schülerinnen und/oder Schüler.

Nach der Auftragserteilung, der Gruppenfindung und der Einigung auf ein Medienprodukt machten sich die 11 Schülerinnen und Schüler in vier Gruppen motiviert an die Arbeit. Drei Gruppen wollten einen Videoclip erstellen und eine Gruppe eine Zeitung. Anderthalb Tage lang klappte es mit dem offenen Auftrag sehr gut. Danach hatten zwei der Gruppen ihr Medienprodukt aus ihrer Sicht bereits fertiggestellt und wussten nicht mehr weiter. Aus der Sicht der Lehrperson waren die Produkte zwar schon erstaunlich gut, doch fehlte es trotzdem noch an vielen Details (roter Faden, Kameraführung, Bildausschnitt, Übergänge, …). Da es für die Gruppen schwierig war, die Motivation aufzubringen, um am bestehenden Produkt zu feilen, entschieden wir uns für einen Neuanfang. Dieses Mal versuchte ich die Gruppen etwas enger zu führen und bereits jeweils die Zwischenprodukte mit ihnen zu besprechen.

Rückblickend muss ich sagen, dass sich die offenen Unterrichtsform für kleinere Projekte gut eignet, es aber für viele Schülerinnen und Schüler schwierig wird, sobald sie mehr als ein oder zwei Tage Zeit haben.

BYOD

Für die Projektwoche motivierte ich die Schülerinnen und Schüler (soweit möglich) ihre eigenen Aufnahmegeräte und Laptops mitzunehmen. Dies war kein Problem und im Verlaufe der Woche hatten wir eine breite Auswahl von Kameras im Einsatz, angefangen vom Smartphone über Videokameras und Action-Cams bis hin zur teuren Spiegelreflexkamera. Lehrer Boller staunte daneben auch, mit welch professioneller Videoschnittsoftware die einzelnen Laptops ausgerüstet waren. BYOD (bring your own device) stellt in Bezug auf Hard- und Software kein Problem dar, bei deren Bedienung kamen aber sehr schnell Schwierigkeiten auf. So wurde aus dem Kurs Medienproduktion zwischendurch ein Geräte- und Softwarebedienungskurs, bei welchem nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrperson sehr viel dazugelernt hat.

Medienproduktion

Wie bereits weiter oben erwähnt, gelang es den Schülerinnen und Schüler gut und in relativ kurzer Zeit ein sehenswertes Medienprodukt zu erstellen. Von den Vorbildern aus der Medienbranche oder der den Videos ihrer Vorbilder auf youtube waren die Schülerinnen und Schüler jedoch noch weit entfernt. Dies ergab jedoch eine gute Möglichkeit gegen Ende der Woche genau dies zu thematisieren und zu analysieren, was bei späteren Versuchen besser gemacht werden könnte.

Merkpunkt für Lehrer Boller

In Zukunft sollte ich mich viel öfter auf solche Experimente einlassen, auch wenn ich noch nicht alles durchstudiert habe und die Gefahr besteht auf die Nase zu fallen. Mit einer etwas flacheren Nase habe ich aber viel mehr gelernt als mit zehn Mal hin und her überlegen.

Impressionen der Projektwoche

Ein Gedanke zu „Projektwoche Medienproduktion“

  1. Lieber Dani,

    Danke für den Einblick! Dein Merkpunkt für dich ist einer auch für mich. Hatte mit meinen Berufsschülern ein „Forschungsprojekt“ gemacht, in dem sie frei einer Frage zum Thema nachgehen konnten. Obwohl sehr divers und „unkontrollierbar“ gearbeitet wurde, sind die Resultate mehrheitlich ansprechend und, noch wichtiger, offensichtlich Nachhaltiges gelernt worden.

    Gruss und weiterhin viel Mut
    Stephan

    Antworten

Schreibe einen Kommentar